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Es gab Metzger die gingen grundsätzlich zu den Familien und machten Hausschlachtungen. Das Schwein wurde aus dem Stall geholt und mit einer Bolzen Schusswaffe betäubt, dann schnitt der Metzger die Halsschlagader durch und das Blut rann in eine große Blechschüssel. Hier wurde es dann kräftig gerührt, damit es nicht gerinnen konnte, denn man brauchte es ja für die Blutwurst. In der Waschküche wurde mittlerweile im Kupferkessel Wasser erhitzt. Das tote Schwein kam in eine Wanne mit heißem Wasser und mit einem Schabeisen wurden die Borsten abgekratzt. Dann wurde es aufgehängt , wie man auf dem Bild gut sehen kann, aufgeschnitten und entleert.

 

Nachdem die Würste gegart waren wurden sie geräuchert. Aber es wurde auch Wurstmasse in Gläser gefüllt und eingekocht. Der Speck wurde ebenfalls geräuchert. Das Bauchfleisch und der Schinken wurde in eine Salzlake eingelegt. Damit der Schinken die schöne rote Farbe bekam, verwendete man Pökelsalz (eine Phosphor Verbindung )

 

Es geht weiter: Der eingelegte Schinken und auch das Bauchfleisch (auch Dörrfleisch genannt )blieb vier Wochen in der Salzlake liegen. Danach wurde es geräuchert und somit haltbar gemacht

 

Beim Garen der Würste im Kessel, entstand eine dicke Fettschicht, die auf dem Wasser schwamm. Diese wurde abgeschöpft und in einem Topf mit gehackten Zwiebeln geschmelzt. Nach dem Erkalten war dies ein herzhafter Brotaufstrich. Bestreut mit Pfeffer und Salz. Prima. Wir nannten es Wurstfettbrot und dazu heißen Malzkaffee.

 

Die Metzger

 

Das Sauerkraut, welches man zum Wellfleisch aß, war natürlich auch selbst hergestellt. Meine Urgroßmutter, meine Großmutter und meine Mutter saßen zusammen und schnitten Kraut ein (so sagte man ). Das gehobelte Weisskraut wurde gesalzen und in einem irdenem Fass eingestampft. Hierbei entstehen Milchsäurebakterien und das Kraut beginnt zugären. Nach einer gewissen Zeit ist dann das Kraut sauer und somit haltbar gemacht.

 

Das Fass stand im kalten Keller und bis zum Sommer musste es gegessen sein. Es war ein Wintergemüse. Im Sommer aß man kein Sauerkraut und im Herbst wurde wieder erneut Kraut eingeschnitten und es kam auch noch aus dem eigenen Garten.

 

Text: Karola Kreuzer

Dieser Metzger, den wir auf dem Bild sehen war Herr Wilhelm Eurich aus Neuenschmidten.

Sein Spitzname war ‘Wurst ‘.

©Privatbesitz 

Der Speck wurde zum Teil geräuchert, zum Teil in der Wurstmasse verarbeitet und auch in einer Pfanne erhitzt. Das nannte man dann Griebenschmalz. Man verwendete es ebenfalls mit Pfeffer und Salz als Brotaufstrich (Schmalzbrot ) oder zum anbraten von Fleisch.